Hauskauf clever finanzieren: Ihr Guide für renditestarke Investments

9. Mai 2026


TL;DR:

  • Ohne Eigenkapital in Immobilien zu investieren erfordert eine sorgfältige Planung und Kenntnis der Finanzierungsbedingungen. Vollfinanzierungen sind teurer und werden nur bei sehr guter Bonität sowie stabilen Immobilien in passenden Lagen akzeptiert. Eine solide Strategie umfasst realistische Renditeberechnungen, Sicherheitsreserven und eine durchdachte Tilgung, um langfristigen Vermögensaufbau zu gewährleisten.

Wer ohne Eigenkapital in Immobilien investieren möchte, steht vor einer Entscheidung, die über finanzielle Unabhängigkeit oder teure Fehlplanungen entscheiden kann. Eine falsch strukturierte Finanzierung kann schnell mehrere zehntausend Euro an unnötigen Zinskosten verursachen, während ein durchdachter Plan dieselbe Investition in einen stabilen Cashflow-Lieferanten und ein wachsendes Vermögen verwandelt. Dieser Guide erklärt Schritt für Schritt, worauf es bei der Vollfinanzierung wirklich ankommt: von Bankvoraussetzungen über realistische Renditebenchmarks bis zu konkreten Tilgungsstrategien, die langfristigen Vermögensaufbau ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Wichtige Erkenntnisse

Punkt Details
Vollfinanzierung verstehen Unterschiede zwischen 100%- und 110%-Modellen sind entscheidend für Angebotsauswahl und Zinsen.
Bankkriterien beachten Einwandfreie Bonität und Immobilienqualität sind für Finanzierungszusagen unerlässlich.
Renditeregel anwenden Die Mietrendite sollte klar über dem Kreditzins liegen, um sichere Gewinne zu erzielen.
Langfristig planen Tilgungsstrategie, Cashflow und Anschlussfinanzierungen bestimmen den Vermögensaufbau.
Fehler früh vermeiden Eine strukturierte Planung und Risikopuffer schützen vor bösen Überraschungen.

Grundlagen der Hauskauf-Finanzierung ohne Eigenkapital

Jetzt, wo klar ist, warum eine solide Finanzierungsstruktur unerlässlich ist, werden die wichtigsten Grundlagen und Begriffe verständlich erläutert.

Was bedeutet Vollfinanzierung wirklich?

Der Begriff „ohne Eigenkapital" klingt verlockend einfach. In der Praxis verbirgt sich dahinter jedoch eine wichtige Unterscheidung. Laut Interhyp zu Vollfinanzierung finanziert die 100%-Finanzierung den kompletten Kaufpreis, während Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Makler aus eigenen Mitteln bezahlt werden müssen. Die 110%-Finanzierung hingegen finanziert auch diese Nebenkosten mit, ist aber mit deutlich teureren Konditionen verbunden und bei nur wenigen Banken verfügbar.

Diese Unterscheidung ist für Kapitalanleger entscheidend. Wer die Nebenkosten nicht selbst aufbringen kann, landet zwangsläufig bei der teureren 110%-Variante. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro können die Nebenkosten je nach Bundesland zwischen 9% und 15% des Kaufpreises betragen, also 27.000 bis 45.000 Euro. Das ist kein Kleingeld.

Merkmal 100%-Finanzierung 110%-Finanzierung
Finanzierter Anteil Kaufpreis vollständig Kaufpreis + Nebenkosten
Nebenkosten (Notar, Steuer) Aus Eigenmitteln Mitfinanziert
Zinsniveau Erhöht gegenüber Standard Sehr hoch
Bankangebot Begrenzt verfügbar Selten, stark eingeschränkt
Risikobewertung durch Bank Hoch Sehr hoch

Welche Voraussetzungen Banken typischerweise stellen

Nicht jede Bank bietet Vollfinanzierungen an. Wer diese Modelle sucht, muss gezielt vorgehen und verschiedene Finanzierungsoptionen für Privatanleger kennen. Die Anforderungen sind klar:

  • Sehr gute Bonität: Schufa-Score ohne negative Einträge, stabiles und nachgewiesenes Einkommen
  • Sichere Einkommensverhältnisse: Unbefristetes Arbeitsverhältnis oder nachweisbarer Selbständigkeitserfolg über mehrere Jahre
  • Hochwertige Immobilie in guter Lage: Banken finanzieren keine Problemimmobilien ohne Eigenkapital
  • Ausreichender Cashflow: Mieteinnahmen müssen die Kreditrate tragfähig abdecken
  • Vorhandene Rücklagen: Auch wenn kein Eigenkapital eingesetzt wird, erwarten Banken Liquiditätspuffer

„Eine Vollfinanzierung ist möglich, aber sie ist kein Freifahrtschein. Banken prüfen jeden Aspekt deutlich strenger als bei einer Standardfinanzierung. Wer nicht vorbereitet ist, riskiert eine Ablehnung oder erheblich teurere Konditionen."

Der Finanzierung Schritt für Schritt erfordert daher gründliche Vorbereitung, bevor überhaupt eine Bank angesprochen wird.

Anforderungen und Prüfmechanismen der Banken verstehen

Nachdem die Struktur der Finanzierung klar ist, gilt es zu verstehen, wie Banken Projekte ohne Eigenkapital im Detail unter die Lupe nehmen.

Warum Banken bei Vollfinanzierungen besonders genau hinschauen

Eine Bank, die 100% oder mehr eines Kaufpreises finanziert, trägt das vollständige Ausfallrisiko. Kein Eigenkapital bedeutet, dass der Kreditnehmer im Insolvenzfall keinen eigenen Puffer hat. Das überträgt das Risiko vollständig auf die Bank. Deshalb reagiert das Kreditinstitut mit höheren Zinsen bei Vollfinanzierung, strengen Einkommensprüfungen und sehr genauen Bewertungen von Immobilienzustand und Lage.

Eine Bankmitarbeiterin bearbeitet am Schreibtisch einen Antrag zur Baufinanzierung.

Die Zinsdifferenz ist beachtlich. Während eine 80%-Finanzierung heute bei rund 4% liegt, können Vollfinanzierungen deutlich höhere Aufschläge mit sich bringen. Laut Modellrechnung zu Mehrkosten entstehen bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro durch Vollfinanzierung 30.000 bis 40.000 Euro mehr Zinskosten als bei einem Darlehen mit 10% Eigenkapital. Der Zinssatz für die letzten 40.000 Euro ohne Eigenkapital beträgt dabei bis zu 8,57%, verglichen mit 4,72% für den ersten Kreditanteil.

Die fünf häufigsten Ablehnungsgründe

Wer ohne Vorbereitung eine Vollfinanzierung beantragt, scheitert oft an vermeidbaren Punkten. Die Risiken und Chancen dieser Finanzierungsform zeigen sich besonders deutlich in diesen Problemfeldern:

  1. Unzureichende Bonitätsprüfung: Offene Schulden, negative Schufa-Einträge oder zu kurze Beschäftigungshistorie führen direkt zur Ablehnung.
  2. Falsche Immobilienwahl: Sanierungsbedürftige Objekte in strukturschwachen Regionen akzeptieren Banken bei Vollfinanzierungen grundsätzlich nicht.
  3. Lückenhafte Unterlagen: Fehlende Einkommensnachweise, unvollständige Steuerbescheide oder fehlende Mietverträge verzögern oder blockieren den Prozess.
  4. Zu geringe Kreditwürdigkeit relativ zum Kaufpreis: Das Verhältnis von Monatsrate zur Nettoeinkommen darf meist 35 bis 40% nicht überschreiten.
  5. Fehlende Rücklage für Instandhaltung: Banken sehen mangelnde Liquiditätsreserven als roten Flag, selbst wenn formal kein Eigenkapital gefordert ist.
Prüfkriterium Standardfinanzierung Vollfinanzierung
Bonitätsprüfung Standard Sehr streng
Immobilienbewertung Marktüblich Konservativ
Einkommensprüfung Formell Detailliert, mehrere Jahre
Zinsaufschlag Keiner 0,5% bis 2% zusätzlich
Verfügbare Banken Viele Wenige

Profi-Tipp: Bevor Sie eine Bank ansprechen, holen Sie Ihre aktuelle Schufa-Selbstauskunft ein und prüfen Sie jeden Eintrag. Kleine Fehler oder veraltete Negativmerkmale können bereinigt werden und verbessern Ihre Ausgangslage erheblich. Außerdem empfiehlt es sich, Risiken der Fremdfinanzierung im Detail zu kennen, bevor Gespräche mit Kreditgebern beginnen.

Rendite, Cashflow und Sicherheitsreserven korrekt kalkulieren

Kennt man die Spielregeln der Bank, kommt es nun auf die eigene, sorgfältige Rentabilitätsprüfung und die genaue Kalkulation aller relevanten Faktoren an.

Infografik: So prüfen Sie, ob sich der Immobilienkauf wirklich lohnt – die wichtigsten Schritte im Überblick

Die zentrale Frage: Rechnet sich das Investment wirklich?

Der entscheidende Vergleich für jeden Kapitalanleger ist simpel: Ist die erzielbare Mietrendite höher als der Kreditzins? Laut Interhyp-Faustregel zur Rendite sollte die Rendite mindestens so hoch sein wie der Zinssatz, idealerweise deutlich darüber. Als Orientierung gilt: Eine Mietrendite von 5 bis 6% rechnet sich in der Regel von Beginn an. In größeren Städten können auch 3 bis 4% attraktiv sein, wenn die Wertsteigerungspotenziale langfristig realisierbar sind.

Das klingt zunächst klar. Doch in der Praxis vergessen viele Anleger entscheidende Kostenpositionen, die die Nettorendite erheblich drücken. Zu den Renditesteigerungen für Privatanleger gehört auch das Wissen darüber, welche Kostenfallen es zu vermeiden gilt.

Schritt-für-Schritt-Kalkulation der Nettomietrendite

  1. Bruttomietrendite berechnen: Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis inkl. Nebenkosten mal 100. Bei 12.000 Euro Jahresmiete und 250.000 Euro Gesamtkosten ergibt das 4,8%.
  2. Bewirtschaftungskosten abziehen: Verwaltung, nicht umlagefähige Kosten und Instandhaltungsrücklagen reduzieren die Bruttorendite um typischerweise 1 bis 1,5 Prozentpunkte.
  3. Mietausfallwagnis einrechnen: Realistisch sind 2 bis 5% des Jahresrohertrags als Reserve für Leerstand oder Mietausfälle.
  4. Finanzierungskosten dagegenstellen: Der effektive Jahreszins des Darlehens ist die Mindestmarke, die die Nettorendite übertreffen muss.
  5. Cashflow je Monat berechnen: Mieteinnahme minus Rate minus Bewirtschaftungskosten ergibt den monatlichen Überschuss oder das Defizit.

Wer konkrete Beispiele für hohe Rendite sehen möchte, findet dort praxisnahe Kalkulationen mit realen Objekten.

Welche Sicherheitsreserven wirklich nötig sind

Viele Anleger unterschätzen die Bedeutung von Rücklagen. Eine sorgfältige Planung laut Sparkasse-Checkliste für Kapitalanleger umfasst folgende Kernpunkte:

  • Kaufnebenkosten vollständig einrechnen: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und ggf. Maklerprovision können je nach Bundesland bis zu 15% des Kaufpreises ausmachen.
  • Instandhaltungsrücklage von 1 bis 1,5% des Immobilienwerts pro Jahr reservieren, besonders bei älteren Gebäuden.
  • Liquiditätspuffer von mindestens drei Monatsmieten halten, um kurzfristige Ausfälle zu überbrücken.
  • Anschlussfinanzierung früh kalkulieren und worst-case-Szenarien mit höheren Zinsen durchrechnen.

Das Ziel beim Cashflow berechnen ist ein positiver monatlicher Cashflow. Selbst ein kleiner positiver Überschuss bedeutet, dass die Immobilie sich selbst trägt und gleichzeitig Vermögen aufbaut.

Profi-Tipp: Berechnen Sie den Cashflow immer mit einem Zinsaufschlag von 1,5 bis 2 Prozentpunkten über dem aktuellen Angebot. Wenn das Investment auch in diesem Szenario noch funktioniert, haben Sie einen echten Sicherheitspuffer eingebaut. Diese Methodik unterscheidet erfahrene Investoren von Einsteigern, die nur den günstigsten Fall einkalkulieren.

Tilgungsstrategien und Vermögensaufbau im Zeitverlauf

Nach der Rentabilitätsprüfung stellt sich die Frage: Wie gelingt daraus ein stetig wachsendes Vermögen, und wie bleiben Sie finanziell flexibel?

Niedrige vs. hohe Tilgung: Die richtige Wahl treffen

Die Tilgungsrate bestimmt, wie schnell Sie das Darlehen zurückzahlen und wie viel monatlicher Cashflow verbleibt. Laut Interhyp zur Vermögensaufbaustrategie gilt: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, fährt oft besser mit niedrigerer Tilgung, da freigesetztes Kapital in weitere Objekte reinvestiert werden kann. Wer Risiken schnell reduzieren möchte, wählt höhere Tilgung und wird früher schuldenfrei.

Für Kapitalanleger ohne Eigenkapital ist die Abwägung besonders relevant:

  • Niedrige Tilgung (1 bis 2% p.a.): Höherer monatlicher Cashflow, mehr Kapital für Rücklagen oder Reinvestitionen. Risiko: Schuldenstand bleibt lange hoch, Zinsänderungsrisiko bei Anschlussfinanzierung.
  • Mittlere Tilgung (2 bis 3% p.a.): Ausgewogener Ansatz, der Schuldenabbau und Cashflow-Flexibilität kombiniert. Gut geeignet für die meisten Kapitalanleger.
  • Hohe Tilgung (3% und mehr): Schnellerer Schuldenabbau, geringeres Risiko, aber weniger monatlicher Spielraum. Sinnvoll bei knapper Cashflow-Planung oder wenn schnelle Schuldenfreiheit Priorität hat.

Wie Mieteinnahmen Eigenkapital aufbauen

Der eigentliche Mechanismus hinter Immobilieninvestments ohne Eigenkapital ist überzeugend: Die Mieteinnahmen tilgen den Kredit, während gleichzeitig der Immobilienwert steigt. Nach zehn Jahren haben Sie einen deutlich reduzierten Kreditstand und eine Immobilie, deren Marktwert gestiegen ist. Das daraus entstandene Eigenkapital ist real und ohne eigenen Kapitaleinsatz entstanden.

Diesen Hebel können Sie durch gezielte Reinvestitionen verstärken:

  • Anschlussfinanzierung nutzen: Nach der ersten Zinsbindungsperiode können günstigere Konditionen ausgehandelt oder Sondertilgungen geleistet werden.
  • Mieterhöhungen im Rahmen des Mietrechts realisieren: Steigende Mieten verbessern den Cashflow und erhöhen gleichzeitig den Immobilienwert.
  • Freigewordenes Kapital in ein weiteres Objekt investieren: Wer den Cashflow des ersten Objekts klug reinvestiert, kann innerhalb von zehn Jahren ein zweites Investment finanzieren.

Profi-Tipp: Planen Sie Sondertilgungsoptionen von mindestens 5% der Darlehenssumme jährlich ausdrücklich in Ihren Kreditvertrag ein. Wenn Sie sie nicht nutzen, verlieren Sie nichts. Wenn Sie sie nutzen, reduzieren Sie Schulden und sparen erhebliche Zinsen. Diese Option kostet oft nur einen marginalen Zinsaufschlag, liefert aber enorme Flexibilität.

Wer die Verbindung zwischen Vermögensaufbau ohne Eigenkapital und konkreten Strategien verstehen möchte, findet dort detaillierte Erklärungen. Für fortgeschrittene Ansätze lohnt sich auch ein Blick auf Strategien für Vermögensaufbau, die verschiedene Investorenprofile berücksichtigen.

Die passende Finanzierungsstruktur: Schritt-für-Schritt-Plan

Zum Abschluss rundet nun ein ganzheitlicher Schritt-für-Schritt-Plan den Prozess ab, um von der ersten Planung bis zu sicheren Vertragsabschlüssen strukturiert vorzugehen.

Der vollständige Planungsprozess für Kapitalanleger

  1. Finanziellen Überblick schaffen: Monatliches Nettoeinkommen, bestehende Verbindlichkeiten und vorhandene Rücklagen exakt dokumentieren. Erst dann ist eine realistische Planung möglich.
  2. Schufa und Bonität prüfen: Selbstauskunft einholen, Fehler korrigieren lassen, Bonitätsscore optimieren. Dieser Schritt entscheidet über Zugangsmöglichkeiten und Zinshöhe.
  3. Zielregion und Objekttyp festlegen: Gute Lage, stabiler Mietmarkt und solider Gebäudezustand sind keine optionalen Extras, sondern Grundvoraussetzungen für eine Vollfinanzierung.
  4. Finanzierungsangebote vergleichen: Mehrere Banken und Vermittler ansprechen. Ein Zinsunterschied von 0,3 Prozentpunkten bedeutet bei 300.000 Euro Darlehenssumme über 20 Jahre ca. 15.000 bis 20.000 Euro mehr oder weniger Zinskosten.
  5. Vollständige Unterlagen bereitstellen: Einkommensnachweise der letzten drei Jahre, aktuelle Steuerbescheide, Mietvertrag oder Mietbescheinigung, Objektunterlagen und Grundrisse.
  6. Kaufnebenkosten und Rücklagen sicherstellen: Auch ohne Eigenkapitaleinsatz für den Kaufpreis müssen Liquiditätsreserven vorhanden sein.
  7. Zinsbindung strategisch wählen: Längere Zinsbindung (10 bis 15 Jahre) schützt vor Zinsrisiken, kurze Bindung bietet Flexibilität bei fallenden Zinsen.
  8. Anschlussfinanzierung von Anfang an mitplanen: Schon beim Abschluss sollten Szenarien mit 1 bis 2 Prozentpunkten höherem Zins durchgerechnet sein.

Welche Dokumente Sie bereithalten müssen

Eine vollständige Dokumentation beschleunigt den Prozess erheblich und vermeidet unnötige Verzögerungen. Banken erwarten:

  • Die letzten drei Gehaltsnachweise oder Gewinn- und Verlustrechnungen bei Selbständigen
  • Aktuelle Steuerbescheide der vergangenen zwei bis drei Jahre
  • Kontoauszüge der letzten drei Monate
  • Vollständige Objektunterlagen inklusive Grundbuchauszug, Baupläne und Wohnflächenberechnung
  • Nachgewiesene Rücklagen auf separatem Konto

„Laut Stiftung Warentest sollten Immobilienkäufer bei der Anschlussfinanzierung ausdrücklich Vergleiche einholen und sich nicht auf das Standardangebot der Hausbank verlassen, da Folgezinsen erheblich über dem ursprünglichen Niveau liegen können."

Stiftung Warentest zur Anschlussfinanzierung zeigt konkret, dass das Zinsrisiko bei der Verlängerung oft unterschätzt wird. Wer nach zehn Jahren blind verlängert, zahlt möglicherweise 30 bis 40% mehr Zinsen als nötig.

Profi-Tipp: Nutzen Sie das Forward-Darlehen, wenn Sie 12 bis 36 Monate vor Ablauf der Zinsbindung günstige Konditionen sichern möchten. Die Kosten dafür sind in der Regel gering, der Nutzen bei steigendem Zinsniveau aber erheblich. Sprechen Sie als Kapitalanleger im Vergleich zum Vermieter gezielt auf diese Option an, da die Interessen und Strategien beider Gruppen unterschiedlich sind.

Unsere Perspektive: Was den nachhaltigen Vermögensaufbau mit Immobilien wirklich ausmacht

Nach Praxis und Checklisten braucht es einen fundierten Realitätsabgleich. Was ist tatsächlich entscheidend für den langfristigen Erfolg?

Viele Investoren konzentrieren sich fast ausschließlich auf den Zinssatz. Das ist verständlich, aber zu kurz gedacht. Der Zinssatz ist eine von vielen Stellschrauben. Was langfristig über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist die Fähigkeit, flexibel und widerstandsfähig zu planen. Ein Investor mit einem Zins von 4,2% und exzellenter Cashflow-Planung schlägt fast immer einen Investor mit 3,9% Zins, aber unzureichenden Rücklagen.

Die konventionelle Weisheit sagt: Möglichst viel Eigenkapital einsetzen, um Zinsen zu sparen. Das stimmt für Selbstnutzer weitgehend. Für Kapitalanleger aber greift diese Logik oft zu kurz. Ein Euro Eigenkapital, der in eine Immobilie fließt, ist gebunden. Derselbe Euro in einem zweiten Objekt oder als Liquiditätspuffer arbeitet für Sie. Der kluge Investor denkt nicht in Zinssätzen, sondern in Opportunitätskosten und Gesamtrenditen über Zeit.

Besonders unterschätzt wird das Anschlussfinanzierungsrisiko. Die meisten Erstinvestoren kalkulieren mit dem Zins der ersten Zinsbindungsperiode und vergessen, dass nach 10 Jahren ein völlig verändertes Zinsniveau warten kann. Wer dann keinen Puffer hat und keine alternativen Finanzierungsoptionen kennt, gerät unter Druck. Die Lösung ist nicht, dieses Risiko zu ignorieren, sondern es aktiv zu planen.

Ein weiteres Muster, das wir bei Investoren beobachten: Sie folgen regionalen Trends blind. Wenn alle über eine bestimmte Stadt sprechen, sind die Kaufpreise bereits gestiegen und die Renditen gefallen. Wer dagegen datenbasiert in Regionen mit solider Nachfrage aber noch attraktiven Preisen investiert, erzielt deutlich bessere Ergebnisse. Individualität schlägt Schablone. Das gilt besonders in Deutschland, wo regionale Immobilienmärkte sehr unterschiedliche Dynamiken aufweisen.

Das Praxiswissen zum Vermögensaufbau zeigt, dass Anleger, die systematisch planen, langfristige Cashflow-Stabilität priorisieren und bei der Anschlussfinanzierung professionell vorgehen, den größten Vermögensvorsprung erzielen. Nicht diejenigen, die den niedrigsten Zinssatz gefunden haben.

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Dieser Guide hat gezeigt, dass erfolgreiche Immobilieninvestments ohne Eigenkapital keine Glückssache sind. Sie erfordern Struktur, Transparenz und den Zugang zu den richtigen Angeboten.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Bank finanziert Immobilien ohne Eigenkapital?

Einige Banken und spezialisierte Vermittler bieten 100%- oder 110%-Finanzierungen an, prüfen dabei aber sehr streng und setzen hohe Anforderungen an Bonität, Einkommensstabilität und Immobilienqualität. Die Auswahl ist begrenzt und die Konditionen teurer als bei Standardfinanzierungen.

Wie hoch muss die Mietrendite mindestens sein?

Die Mietrendite sollte mindestens dem Sollzins entsprechen, um Finanzierungskosten zu decken. Eine Bruttorendite von 5 bis 6% gilt als solide Basis, da nach Abzug von Bewirtschaftungskosten und Rücklagen noch ein positiver Cashflow verbleiben muss.

Wie unterscheiden sich 100%- und 110%-Finanzierung für Investoren?

Bei der 100%-Finanzierung werden Kaufpreis, aber nicht die Nebenkosten finanziert, die aus eigenen Mitteln kommen müssen. Die 110%-Finanzierung deckt auch Nebenkosten ab, ist aber erheblich teurer und bei deutlich weniger Banken erhältlich.

Was ist die größte Gefahr bei Finanzierung ohne Eigenkapital?

Das Hauptrisiko liegt in erhöhten Zinskosten, da laut Modellrechnung eine Vollfinanzierung bei 400.000 Euro Kaufpreis bis zu 40.000 Euro mehr Zinsen als eine Finanzierung mit 10% Eigenkapital verursachen kann. Hinzu kommt das Anschlussfinanzierungsrisiko bei steigendem Zinsniveau nach Ende der Zinsbindungsperiode.

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